Montag, 22. Juli 2013

18.07. - 22.07.2013 ...auf in den wilden Westen


18.07.2013

Nach einem gemütlichen Frühstück am Yellowstone Lake verlassen wir den Park über den Osteingang. Wie es sich gehört ;-), sehen wir noch einige Tiere: Wapitis, viele Pelikane und tatsächlich ein Bison, das auf einem Parkplatz wie abgestellt herumsteht. Wir durchqueren Wyoming Richtung Osten auf einer sehr schönen Straße. Es tauchen die ersten Canyons auf, und wir fahren durch große Waldgebiete bis auf 3.000 Meter Höhe. Die Bighorn Mountains dienen im Winter auch als Skigebiet. Am frühen Abend finden wir in einem kleinen Dorf in der nun wieder ebenen Prärie ein Motelzimmer in der Nähe des Devils Tower, den wir morgen besuchen werden. Übrigens ist mein Foto vom Bow Lake vorgestern für die Dauer eines Tages auf der Startseite der französischen Fotocommunity im Internet veröffentlicht worden. Leider haben wir es selber erst gestern durch eine Mail erfahren…aber man freut sich ja trotzdem über die Anerkennung! Und wir haben auch wieder etwas Neues gelernt: Metalltöpfe schlagen in der Mikrowelle Funken! @Christoph: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

19.07.2013

Da es in der Nacht und am frühen Morgen immer noch gewittert, brechen wir erst spät zum Devils Tower auf. Diesen 270 m hohen Basaltklotz interpretieren Geologen als erkalteten Kern eines Vulkans, dessen umgebendes Gestein erodiert ist. Für die First Nations ist er jedenfalls ein heiliger Ort und Konflikte mit den vielen Bergsteigern sind daher vorprogrammiert. Bei unserer Ankunft hat sich das Gewitter endlich verzogen, und wir genießen den Spaziergang um diesen mystischen Berg. Am Fuße desselben entdecken wir auch unsere erste Kolonie Präriehunde. Auf dem weiteren Weg entscheiden wir uns für einen Abstecher durch den Spearfish Canyon. Diese Straße ist tatsächlich landschaftlich schön, lohnt aber den Umweg nicht wirklich. Ähnliche Strecken haben wir in der Eifel und an der Ahr zu genüge. Wieder auf der Autobahn erreichen wir Sturgis, ein kleines Städtchen, das für sein Harley-Treffen weltbekannt ist. Auch wenn das Festival erst im August stattfindet, begegnen uns trotzdem unzählige Harleys auf der Straße. Ein Stau wirft uns dann nochmals um einige Zeit zurück, so dass wir erst am frühen Abend im Badlands NP ankommen. Das ist aber gar nicht so schlimm, denn so erleben wir die unwirklichen Felslandschaften im schönsten Abendlicht. Die ersten Siedler befanden diese unfruchtbare Mondlandschaft als ungeeignet, als „schlechtes Land“. Heute ist sie ein landschaftliches Juwel und somit staatlich geschützt. Auf den weiten Grasflächen haben sich viele Tiere angesiedelt, und es gibt auch seit einigen Jahren wieder die fast ausgerotteten Bisons im Park. Diese sind allerdings in einem kaum zugänglichen Bereich heimisch. Den Abend verbringen wir auf einem schönen Campground und kochen unsere letzten Nudeln. Da ja bald Besuch aus der Heimat kommt, müssen wir unseren Kofferraum leer bekommen und unsere Vorräte vernichten.

20.07.2013

Nach einer weiteren gewittrigen Nacht wird es wieder ein schöner Sommertag. Durch den tollen Badlands NP mit seinen Sandsteinformationen und Präriehunden starten wir unsere Tagesetappe und erreichen bald den Mount Rushmore. Mitten im ehemaligen Sioux-Gebiet wurde hier den Präsidenten Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt ein monumentales Denkmal in den Granit eines Berges gemeißelt. Der Rummel ist unglaublich. Die ganze Region lebt hier vom Tourismus, da es für jeden US-Bürger praktisch Pflicht ist, einmal in seinem Leben hierher zu „pilgern“. Auch wenn dieser Patriotismus vielleicht ein wenig zu viel des Guten für uns ist, handelt es sich dennoch um einen interessanten und sehenswerten Ort. Danach geht es weiter zum zukünftigen „Weltwunder“ des Crazy Horse Memorial. Hier wird ein ganzer Berg ummodeliert, wobei am Ende Crazy Horse auf seinem Pferd sitzend übrig bleiben wird. Das fertige Denkmal soll einmal 172 m hoch und 195 m lang und damit größer als jede ägyptische Pyramide werden. Das ganze Mount Rushmore-Denkmal ist insgesamt nur so groß wie der Kopf des Indianerhäuptlings. Das Projekt ist rein privat finanziert und somit auf die relativ hohen Eintrittsgelder angewiesen. Wirklich spannend, wer weiß in wie vielen Jahren das mal fertig wird! Leider wütet in dieser Region derzeit der Borkenkäfer und weite Teile der Blackhills-Wälder sind stark betroffen. Die Nationalpark- und Forstverwaltung kämpft zwar dagegen an, aber es sieht teilweise erschreckend aus. An den Jewel Caves kommen wir leider zu spät an, so dass alle Touren für heute schon ausgebucht sind. Daher fahren wir unverrichteter Dinge weiter und verlassen bald South Dakota. Wieder in Wyoming meldet unser Auto, dass die Lebendauer unseres Motoröls nur noch 5 Prozent beträgt und gewechselt werden muss. Da morgen Sonntag ist, wird das bestimmt auf die Schnelle nicht so leicht zu organisieren sein. Aber mal schauen, was geht! @Sascha: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

21.07.2013

Wahnsinn, wir haben tatsächlich im Internet eine Werkstatt gefunden, die sonntags geöffnet hat und uns einen Ölwechsel machen kann…und das Beste daran ist, wir müssen keinen Meter Umweg fahren. Die Werkstatt liegt direkt auf unserem Weg. Wir brechen daher früh auf und kommen um kurz nach 09:00 Uhr dort an. Auf unsere Frage „Wie lange dauert es denn?“ bekommen wir zur Antwort: „Geht `nen Kaffe trinken. Wenn ihr zurückkommt, sind wir fertig!“ Und so war es dann auch! Danach führt uns unser Weg durch den Rocky Mountain NP. Auch wenn wir eine Gruppe Dickhornschafe sehen, hält der Park nicht mehr viel Neues für uns bereit. Die Strecke ist zwar schön und führt uns auf über 3.700 m Höhe, aber hier herrschen eher Almwiesen vor und die Gipfel sind leider nicht so schroff, wie man sich das im Hochgebirge so vorstellt. Aber als Durchgangsstrecke hat das Ganze durchaus seinen Reiz. Bald nach Verlassen des Gebirges erreichen wir wieder die Prärie. Ziel ist das kleine Dörfchen Dinosaur in der Nähe des gleichnamigen National Monuments. Offensichtlich ist die Gegend sehr ärmlich, denn es ist schon bemitleidenswert, unter welchen Bedingungen die Leute hier Leben. Das Thermometer klettert heute auf 34 Grad und wir sehen sogar einen großen Buschbrand. In Dinosaur selbst ist der Hund begraben; es gibt lediglich eine kleine Bikerkneipe. Aus Mangel an Alternativen kosten wir also dort den Tequila…und was soll man sagen? Er hat uns gut geschmeckt! Die Bedienung versicherte uns beim Verlassen noch, dass der Officer nur alle paar Tage mal vorbeischaut…und selbst wenn, dürften wir aber trotzdem noch bis zum Campingplatz fahren. Vernünftige Regelung! ;-)

22.07.2013
Den Vormittag verbringen wir im Dinosaur NM. Zunächst wandern wir zu einem Aussichtspunkt hoch über den Tälern des Yampa- und des Green-River. Leider liegen die spektakulären Canyonwindungen im Gegenlicht der aufgehenden Sonne. Aber schön ist der Ausblick trotzdem. Danach fahren wir zu den Ausgrabungen der Dinosaurierknochen. Auf einem kurzen Spazierweg sieht man tatsächlich große Stücke aus den Felswänden herausragen. Glanzstück ist aber eine riesige überbaute Wand, in der mehrere komplette Skelette vorhanden sind. Ein sehr interessanter Park, der den Umweg gelohnt hat. Am Nachmittag erreichen wir die Hauptstadt Utahs: Salt Lake City. In dieser sehr aufgeräumt wirkenden Metropole besuchen wir kurz die sakralen Gebäude der Mormonen. Alles ist piekfein und sauber, außerdem sind hier mitten in der Wüste tolle Blumenparks angelegt worden. Ein wenig suspekt ist uns das Ganze aber ja doch. Alkohol, Tabak, Kaffee und Verhütung sind verboten…dafür gibt es die Vielehe. OK, jede Religion hat so ihre Guten Seiten! J Übrigens ist das Thermometer heute auf 39 Grad gestiegen...kein Wunder also, dass unser Stadtbummel kurz ausfiel.

18.07.2013 Abschied von Yellowstone - Pelikane

19.07.2013 Devils Tower

Präriehund



Badlands NP





20.07.2013 Abschied vom Badlands NP

Mount Rushmore


Crazy Horse Memorial

21.07.2013 Rocky Mountain NP

22.07.2013 Dinosaur NM

...eine ganze Wand voller Dinosaurierknochen


...und auch hier ein alter Knochen... wirklich...links unten!


Salt Lake City

Tempel der Mormonen


Kommentare:

  1. Hallo ihr beiden,

    gigantische Bilder und Berichte und immer wieder der Blick für die Details. Aber augepasst, wo Bisons sind gibt es auch Indianer! Oder war das mal? Weiterhin viel Spass mit alten Knochen, Tequilla und ....

    Gruß aus dem heißen Euskirchen, Toni u. Angelika

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  2. Hallo ihr beiden! Könnt ihr bitte mehr essen. Ich erkenne Euch sonst bald nicht wieder! Abgesehen davon, dass ihr nach Eurer Rückkehr sicher vor Kondition strotzt und wir Euch immer hinterher laufen müssen :)! Ihr seht echt unverschämt "erholt" aus. Und die Fotos sind nach wie vor super, das mit der gelben Blume im Vordergrund ist ganz toll! Aber man merkt, dass ihr anspruchsvoller werdet, man liest jetzt öfter "schön, aber nicht spektakulär". Verwöhnt seid ihr! Schade, dass ich Euch heute nicht gesehen habe, als ihr mit Sascha geskypt habt. Ich Wünsche Euch eine schöne Zeit mit Eurem Besuch von zu Hause! Geniesst es und habt danach ruhig wieder ein wenig Heimweh! Kann nicht schaden, das erhöht die Vorfreude auf uns Voreifler ungemein :) lg und bis zum nächsten Kommentar, Alex

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