Sonntag, 17. März 2013

13.03. - 17.03.2013 Abschied vom Altiplano


13.03.2013
Eine letzte geführte Tour auf den chilenischen Altiplano: Um 7:00 Uhr werden wir vor unserer Unterkunft abgeholt und machen uns auf den Weg zu den Lagunen Miscanti und Meniques. Obwohl wir in Bolivien natürlich schon unglaublich tolle Landschaften gesehen haben, gefällt uns diese Tour trotzdem sehr gut. Auch wenn es nichts mehr wirklich Neues für uns ist. Im Anschluss an die Lagunen halten wir kurz in den Dörfern Socaire und Toconao. Diese sind wegen ihrer alten Kolonialkirchen bekannt. Zum Abschluss besuchen wir noch den Salar de Atacama und den Lago Chaxa. Die Salzpfanne ist nicht so blendend weiß wie der Salar de Uyuni in Bolivien. Vielmehr ist seine Oberfläche verkrustet und körnig. Da diese Schicht mit Lehm versetzt ist, ist sie an den meisten Stellen bräunlich. Am Lago Chaxa sehen wir einige Flamingos und andere Wasservögel. Den Nachmittag verbringen wir mal wieder am Pool und genießen die Sonne. Nach dem Abendessen, bei einem leckeren italienischen Restaurant, bekomme ich in der Nacht Probleme mit dem Magen und starke Bauchkrämpfe. Kirsten hatte schon den ganzen Tag ein komisches Grummeln im Bauch und hat deshalb nicht viel gegessen.

14.03.2013
Jetzt sind wir noch nicht mal in Mexiko, aber schon hat uns Montezumas Rache erwischt. Da wir beide in der Nacht mehr Zeit in den Banos als in unserem Camper verbracht haben, verschieben wir die Abreise um einen Tag und ruhen uns aus. Wir gehen nur kurz ins Städtchen und holen uns Kohletabletten. Danach liegen wir abwechselnd am Pool oder im Camper.

15.03.2013
Die letzte Nacht war zum Glück wieder viel besser. Da wir doch einigermaßen ausgeruht und wiederhergestellt sind, beschließen wir, endlich wieder aufzubrechen. Ziel des Tages soll nach ca. 300 km die Stadt Antofagasta an der Küste sein. Die Atacamawüste zeigt heute ihr unbarmherziges Gesicht. Obwohl wir im Laufe des Tages immer mehr an Höhe verlieren und uns der Küste nähern, ist es unerträglich heiß. Nirgendwo wächst ein Strauch oder wenigstens etwas Gras. Auf halbem Weg besuchen wir die Salpeterstadt Chacabuco. Von 1924 bis 1938 wurde hier Salpeter abgebaut. Zunächst brauchte man dieses zur Herstellung von Schießpulver. Als Kunstdünger trat es dann seinen Siegeszug an und verursachte einen Boom ähnlich dem der Goldfunde in Alaska. Nachdem im ersten Weltkrieg von Deutschland die Möglichkeit entdeckt wurde, künstliches Salpeter industriell herzustellen, wurde der Betrieb jedoch wieder eingestellt. In den 1970er Jahren nutzte die Regierung Allende die Baracken als Haftanstalt für politisch Gefangene. Insgesamt waren hier ca. 1.500 Intelektuelle aus ganz Chile kaserniert. Heute ist die Geisterstadt ein Nationaldenkmal und unter Schutz gestellt. Der Besuch war spannend, in der Nachmittagshitze jedoch sehr anstrengend. Aber vielleicht erlebt man auch gerade so, unter welch schwierigen Bedingungen die Menschen hier lebten und arbeiteten. Am späten Nachmittag erreichen wir Antofagasta. Die Wüste zieht sich direkt bis ans Meer, ähnlich der Namib in Namibia. La Portada, ein großer Felsbogen vor der Küste, ist einen kurzen Fotostopp wert, bevor wir uns dann auf die Suche nach einem Campingplatz machen. Südlich der Stadt werden wir fündig und haben eigentlich einen tollen Stellplatz direkt am Strand. Leider ist der Platz im, na sagen wir mal, nicht mehr allerbestem Zustand. @Kai&Melli: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

16.03.2013
In der Frühe verlassen wir den Campground ohne Frühstück. Dieser Ort ist uns doch ein wenig zu unwirtlich. ;-) Von Antofagasta fahren wir ca. 300 km auf der Panamericana Richtung Süden. Wir durchqueren dabei weiter die Atacamawüste. Aufgrund der hohen Küstenkordillere kommen kaum Regenwolken hier im Landesinneren an, und so gibt es hier Wetterstationen, an denen noch nie Niederschlag gemessen wurde. Mehrere ausgebrannte Autowracks am Wegesrand hinterlassen irgendwie ein mulmiges Gefühl. So sind wir dann auch froh, endlich an die Pazifikküste zu gelangen. Allerdings sind die nächsten 100 km auch hier sehr ernüchternd. Kaum mal eine Pflanze am Wegesrand und die Dörfer sind wirklich sehr ärmlich. Das haben wir uns hier, knapp 1.000 km nördlich von Santiago, doch anders vorgestellt. Erst in Bahia Inglesa, einem kleinen Urlaubsort, finden wir einen wirklich gemütlichen Stellplatz (viel billiger als gestern), einen Badestrand und einige nette Restaurants. Viel Spaß haben wir mit einer kleiner Überraschung für unser Geburtstags“kind“ Kai. Per Skype richten wir ihm unsere Glückwünsche zum 40. aus und sehen viele unserer Freunde wieder. Scheint eine lustige Party gewesen zu sein! J

17.03.2013
Weiter geht es nach Süden durch die Wüste. Unglaublich lebensfeindlich zeigt sich auch heute die Atacama. Insofern gibt es nicht viel von der Fahrt zu berichten. Am Nachmittag erreichen wir Punta de Choros an der Pazifikküste. Hier sind drei kleine Inseln unter Naturschutz gestellt, die wir morgen auf einer Bootstour erkunden wollen. Wir finden einen ganz tollen Campingplatz direkt am Strand. Wirklich super gelegen, man kann den Pelikanen sogar beim Fischen zuschauen…aber…der Stellplatz kostet sagenhafte 45.000 chilenische Pesos (fast 80 €!!! Normal sind eigentlich so um die 15 €). Das ist dann die bisher größte Abzocke, die wir erleben müssen, besonders da es auch nur kaltes Wasser gibt…aber wir sind ja hier, um die tolle Natur zu genießen und nicht um uns zu ärgern. Da wild campen hier im Naturschutzgebiet verboten ist, haben wir leider keine andere Möglichkeit, wie diesen Preis für die eine Nacht zu bezahlen. Mit viel Glück kann man im Reserva National Pingüino de Humboldt sogar Delfine und Wale beobachten. Auf jeden Fall aber sieht man Humboldtpinguine, Seelöwen und verschiedene Seevögel. Die Delfine sind während des El-Nino-Jahres 1978 hergekommen und geblieben. Heute haben wir schon einige Austernfischer am Strand beobachten können.

13.03.2013 Laguna Miscanti



Laguna Meniques


Socaire


15.03.2013 Salpeterstadt Chacabuco


La Portada bei Antofagasta


16.03.2013 ...in der Atacama

17.03.2013 Austernfischer am Pazifik bei Punta de Choros

Kommentare:

  1. Hallo ihr zwei, auch für uns war es eine Überraschung euch via Skype zu sehen, großartig :-) Eure Berichte verfolgen wir aufmerksam und durch die grandiosen Fotos glaubt man dabei zu sein. Aber die Wärme kommt hier nicht an :-(
    Alles Liebe, Bianca, Frank und Marie

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  2. Hallo Andi und Kirsten,
    mit der Zusammenfassung zu dem von euch bereisten Teil Südamerikas sind wir sehr einverstanden und beneiden euch mal wieder.
    Aber es gibt ja auch noch Ecuador, Peru, Brasilien etc.

    Nun viel Spaß und schöne Erlebnisse an Ostern auf den Osterinseln.
    Ihr solltet unbedingt ein Essen aus dem Erdofen probiern. Ich musste damals die doppelte Portion Fleisch essen, Angelika ist ja nicht für Fleisch zu begeistern.

    Nun weiter viel Spaß und alles Gute

    Angelika und Rudi

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