Montag, 25. Februar 2013

21.02. - 25.02.2013 Thermen & Pampa


21.02.2013
Nach einer Nacht auf dem städtischen Campground in Chos Malal fahren wir durch eine tolle Altiplano-Landschaft weiter gen Norden. Der Weg führt nahe an den Vulkanen Tromen und Pihuel vorbei, die ihre Lava kilometerweit über die Ebene gespuckt haben. Überall liegen riesige Brocken Lava in der Gegend herum. Auch das Tal des Rio Grande bietet schöne Ausblicke in die trockene Landschaft. Zwei „Sehenswürdigkeiten“ die in der Karte extra erwähnt werden, können wir leider nicht finden: einen versteinerten Wald und die Höhle von Brujas. Und das obwohl es nur diese eine Straße gibt! Am Nachmittag verlassen wir die Hochebene und erreichen wieder die topfebene Pampa  (Pampa del Diamante). Zwar sieht man in der Ferne die hohen Andengipfel, aber wirklich toll ist die Fahrt nicht mehr. Am Abend erreichen wir El Nihuil, von wo wir morgen in den dortigen Canyon aufbrechen werden.

22.02.2013
Wir machen einen Tag Pause von Südamerika und fahren in den Südwesten der USA. Zumindest sieht die Landschaft heute den ganzen Tag danach aus. Zunächst fahren wir für ca. 20 km durch die Schlucht des Atuel-Flusses. Zur Stromerzeugung wurde dieser Canyon mit mehreren Wasserkraftwerken erschlossen und ermöglicht so den Besuch dieser tollen Landschaft. Es gibt sogar vereinzelte Hoodoos zu bestaunen. Auch die Flora ist schon ganz auf heißes Wüstenklima eingestellt. Überall wachsen verschiedene Kakteenarten. Am Ende der Tour erreicht man einen klasse Aussichtspunkt auf einen See mit einer schönen Felseninsel in der Mitte. Ziel des heutigen Tages sollte Cacheuta sein, ein Thermalbad an der Routa 7. Von hier aus wollen wir dann später auch unseren ersten Andenpass in Angriff nehmen. Leider hat man vor einigen Jahren aber einen neuen Staudamm erbaut, so dass die Straße zu den Thermen im See versunken ist. Selbst in unseren Karten ist diese Änderung noch nicht enthalten, und so stehen wir dann tatsächlich am Ende der Straße vorm Berg und kommen nicht mehr weiter. Wir müssten ca. 60 km zurück und von einer anderen Straße den Zugang in das betreffende Tal nehmen. Wir beschließen daher, heute erst mal weiter nach Uspallata zu fahren und dann morgen die Tour auf den Pass zur Puente del Inca und zum Christo Redentor zu machen. Den Aconcagua (mit fast 7.000 m höchster Berg des amerikanischen Kontinents) konnten wir aus der Ferne schon entdecken. Von diesem Pass soll man dann eine schöne Aussicht auf diesen und die anderen ihn umgebenden 6.000er haben. Wir sind schon sehr gespannt, wie sich unser Auto auf über 3.000 m noch fahren lässt. Zu den Thermen werden wir dann auf dem Rückweg fahren.

23.02.2013
Heute geh es ins Hochgebirge. Wir stellen uns den Wecker und brechen früh auf zum Paso Bermejo. Über diesen Pass sind die beiden Städte Santiago (Chile) und Mendoza (Argentinien) miteinander verbunden. Vor Kurzem war dieser Pass auf Grund mehrerer Bergrutsche gesperrt, ist jetzt aber wieder befahrbar. Die Landschaft ist unglaublich. In allen erdenklichen Farben leuchtet das Gestein. Unser erster Halt ist bei der Puente del Inca auf 2.700 m Höhe. Hier gibt es eine Natursteinbrücke, an deren Fuß früher ein Thermalhotel stand. Durch einen Erdrutsch wurde dieses jedoch zerstört und das Thermalwasser floss durch die Ruinen, die daraufhin sehr schön versinterten. 3 km weiter erreichen wir schon einen Aussichtspunkt auf den berühmten Aconcagua. Mit 6.962 m Höhe ist dies der höchste Berg des amerikanischen Kontinents. @Rudi: wir waren uns nicht mehr sicher, warst du hier schon auf dem Gipfel? Es ist schon sehr beeindruckend: man steht auf rund 3.000 m Höhe in einem Tal, umgeben von 5- und 6.000er Gipfeln. Bei dem kleinen Ort Las Cuevas ist dann der höchste Punkt der neuen Straße in Argentinien erreicht. Durch einen Tunnel geht es dann weiter nach Chile. Wir wollen jedoch die alte Erdpiste zum Friedensdenkmal zwischen Chile und Argentinien befahren. Diese führt auf einer Strecke von 7 km und 600 Höhenmeter über unzählige Serpentinen letztendlich auf eine Höhe von 3.854 Meter. Am Beginn der Strecke werden wir dann jedoch von der Polizei aufgehalten. Da heute ein Rennradrennen!!! (@Jogi: jetzt kommt was für dich!) stattfindet, ist für uns hier Ende. Wir sind doch sehr enttäuscht und wollen uns so schnell nicht geschlagen geben. Wir versuchen als Anhalter mit einem der Begleitfahrzeuge mitzukommen. Keine Chance! Und dann haben wir ein super Erlebnis: Der Renndirektor!!! der Vuelta del Mendoza und ein Freund bieten an, uns mit nach oben zu nehmen. Schließlich handelt es sich hier um die höchste Radbergankunft der Welt (3.854 Meter). Über eine unglaubliche Piste mit unzähligen Serpentinen fahren wir mit den beiden nach oben und können dort die Leistung der Radrennfahrer hautnah bewundern. Unsere zwei Freunde übernehmen noch schnell die Siegerehrung (wirklich..), lassen sich mit vielen Zuschauern fotografieren und nehmen uns dann wieder mit nach unten. Das war für uns so ein tolles Erlebnis, dass wir den beiden eine Flasche Wein aus unserem Fundus schenken. Sie überraschen uns dann aber mit einem tollen Bildband über Mendoza. Die Fahrt war übrigens atemberaubend, nicht nur wegen der Aussicht! Wir kennen jemanden, der wäre mit Sicherheit unterwegs wieder ausgestiegen. ;-) Ok, wir sind total begeistert (ist wohl angekommen). Am Abend erreichen wir dann den Thermalort Cacheuta, wo wir morgen mal wieder einen Tag Urlaub einlegen wollen.

24.02.2013
Nach einigen langen Tagen auf der Straße ist heute mal wieder „Rückenverwöhnprogramm“ angesagt. Wir besuchen die Thermen von Cacheuta. Was wir nicht bedacht haben: Es ist Sonntag, ca. 30 Grad heiß, und wir befinden uns in der Nähe der Großstadt Mendoza. In den vielen Becken tummeln sich hunderte Argentinier, wir sind als Touristen die absolute Rarität. Da die Anlage aber sehr schön gemacht und gepflegt ist, wird der Tag trotzdem sehr schön. Außerdem ist es spannend unter den ganzen Einheimischen. Am Abend verzichten wir aufs Kochen und bekommen an unserem Camp ein leckeres Mailänderschnitzel. Das war übrigens das einzige Gericht, das noch zu bekommen war.

25.02.2013
Weiter geht es in den argentinischen Norden. Vorbei an Mendoza und San Juan erreichen wir Vallecito. Hier besichtigen wir den Wallfahrtsort der Diffunta Correa. (siehe Eintrag vom 28.01.2013) Das Ganze ist schon ein wenig eigenartig und wirkt doch etwas kitschig. Aber auch wir haben ihr eine Flasche Wasser mitgebracht. Weiter geht es durch die Wüste. Kurz vor unserem Ziel San Agustin de Valle Fértil entdecken wir zwei wirklich große Kakteen die ich fotografieren möchte. Also schnell im Rabatt gehalten…welch ein Malheur. Ungelogen, tausende kleiner Dornen stecken in den Autoreifen. Wir versuchen die größten rauszuziehen und liegen eine halbe Stunde  wie bescheuert an und unterm Auto. Die Dornen sind allerdings nur wenige Millimeter lang, daher glauben wir nicht, dass mit den Reifen etwas passiert. Ich denke, das werden wir morgen früh sehen. Auf jeden Fall werden wir nicht mehr so leichtsinnig sein und die Straße einfach verlassen. Unser Ziel erreichen wir relativ spät und bekommen am Geldautomaten auch wieder Bares. Unsere Vorräte waren fast aufgebraucht und die letzen Automaten wollten unsere Karten nicht akzeptieren. Soweit, so gut; dafür ist an der Tankstelle das Super ausgegangen. Wir hängen jetzt also hier fest und hoffen auf die Lieferung morgen Mittag.

21.02.2013 erster Altiplanobesuch


22.02.2013 Atuel-Schlucht



23.02.2013 Puente del Inca

Aconcagua


Christo Redentor 3.854 Meter



25.02.2013 Difunta Correa


Kommentare:

  1. Ganz kurzer Zwischenbericht: Morgen spielen wir gegen Lommersum I und am Freitag gegen Strempt.

    Eure Bericht und Fotos sind toll, aber wäre es möglich, das irgendwie mit einer Karte zu verknüpfen? Das würde mir persönlich sehr helfen, um das Ganze nicht so abstrakt zu sehen. Klar, ich könnte natürlich die Ortsnamen bei Google eingeben, aber ein kleine Karte bei den Fotos oder im Text wäre das Tüpfelchen auf dem "i".

    Eine ganz andere Frage: Warum haben wir eingentlich beim WTTV eine EZE und beim Bezirk nicht? Da komme ich drucheinander!
    Gruß
    Thomas

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  2. Hallo Ihr Weltenbummler!Da ich nicht an der großen Grippewelle vorbei gekommen bin, liege ich auch schon die ganze Woche flach und hatte endlich Zeit die letzten Wochen von Euch in Ruhe zu lesen. Unglaubliche tolle Bilder und interessante Berichte. Es macht große Lust auf Reisen und Campen! Mit dem Renndirektor war ja auch ein super Erlebnis! Kirsten, schön, dass es deinem Rücken ein bisschen besser geht. Schotterpisten mit Schlaglöcher sind wahrscheinlich nicht sehr förderlich, aber die Thermen entschädigen hoffentlich. Euch weiterhin alles Gute, lieben Gruß Petra und Udo

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