Sonntag, 27. Januar 2013

21.01. - 27.01.2013 Torres del Paine


21.01.2013
Unser letzter Tag auf See. Leider ist das Wetter heute nicht so berauschend. Da es allerdings nicht regnet, genießen wir trotzdem die Aussicht auf die nebelverhangenen Berge. Außerdem haben wir Glück und sehen einige Delfine und mehrere Seelöwenkolonien. Um 16:00 Uhr landen wir in Puerto Natales an und verabschieden uns von den Mitreisenden. An dieser Stelle: Viele liebe Grüße an unsere Freunde aus Hamburg (oder jetzt Rostock ;-). Ihr wisst wer gemeint ist. Es war toll Euch kennengelernt zu haben. Wir würden uns freuen, Euch irgendwann mal wieder zu sehen. Als Fazit der Seereise bleibt festzuhalten: SUPER! GROßARTIG! Auf unser Fahrzeug müssen wir noch fast zwei Stunden warten, ehe wir nach unzähligen Stempeln und Formularen den Hafen verlassen dürfen. Bevor wir uns einen Campingplatz suchen, fallen wir über die Supermärkte des Ortes her, um unsere Vorräte aufzufüllen. Morgen geht es dann zu einem der schönsten Orte der Welt: Torres del Paine.

22.01.2013
Wir verlassen Puerto Natales nun in Richtung Norden. Das gute Wetter wollen wir nutzen, um den Torres del Paine NP zu besuchen. Danach werden wir noch in den Süden bis nach Punta Arenas fahren. Vormittags erreichen wir zunächst die „Cueva del Milodon“. Hier hat ein Deutscher Aussiedler vor ca. 120 Jahren eine Höhle mit den Überresten eines eiszeitlichen Riesenfaultiers gefunden. Danach fahren wir auf landschaftlich schönen Wellblechpisten mit durchschnittlich 25 km/h zum NP. Auf unserem Weg sehen wir immer wieder einsame Seen und kleinere Wasserfälle. Am Lago Pehoé beziehen wir eine Campsite mit tollem Blick auf die Berge; wenn sie denn da wären. Leider verstecken sie sich jedoch hinter dichten Wolken. Dafür streift ein Fuchs in unserer Nähe herum und eine Familie Karakaras lässt sich fotogen auf einem Baum nieder. Am Abend treffen wir zwei weitere nette Mitreisende vom Schiff wieder, mit denen wir uns zum Wandern verabredet haben. Wir machen es uns in unserem Camper gemeinsam gemütlich, genießen den Rotwein und werden dann noch mit einer großartigen Aussicht auf das berühmte Torres-Massiv belohnt.

23.01.2013
Zu viert brechen wir am Morgen zum Katamaran über den Lago Pehoé auf, da der Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung auf der anderen Seite des Sees liegt. Der Pfad führt uns vorbei an einer Lagune und schließlich zum Lago Grey. Ziel ist der Ausblick auf den riesigen Grey-Glacier. Der Trip ist sehr schön, allerdings macht uns der patagonische Sturm doch sehr zu schaffen. Sowas erlebt man bei uns selbst an der Nordseeküste nicht; man geht fast fliegen. Was für ein Glück, dass ich (Andi) nicht so ein dürrer Hering bin. Obwohl ich gestern den Gürtel schon enger geschnallt habe. Die Wanderung war für uns ca. 20 km lang, wobei unsere Mitstreiter noch weiter marschiert sind. Sie wollen den Mehrtagestrail, der unter dem Namen “W“ unter Wanderern sehr bekannt ist, in den nächsten Tagen bewältigen. @Karin: Hat der Schuh gehalten? Und wie war der Rest des „W“s? Liebe Grüße an Euch beide.  Der Katamaran bringt uns am frühen Abend wieder zu unserem „Zuhause auf Rädern“, und wir bleiben eine weitere Nacht auf dem schönen Campingplatz am Lago Pehoé.

24.01.2013
Heute lassen wir es gemütlich angehen und durchqueren den Park mit dem Auto. Ziel ist die Laguna Azul. Auch wenn sich der Weg dorthin als anstrengend und zeitraubend entpuppt, lohnt er sich doch allemal wegen der vielen Tiere am Straßenrand. Wir sehen Schwarzhalsschwäne, Füchse, Kondore, Nandus und natürlich die allgegenwärtigen Guanacos. Es gibt einige schöne Aussichtspunkte, wie die „Cascade Paine“ und den „Salto Grande“ zu entdecken. Am Nachmittag spazieren wir noch zum „Mirador Cuernos“. Zum Fotografieren eignet sich dieser Aussichtspunkt jedoch nicht so gut, da man dem Felsmassiv zu nahe kommt. Dafür ist das Panorama auf dem Campingplatz an diesem Abend super. Die Torres del Paine im perfekten Abendlicht. Was für ein schöner Ausklang des Tages.

25.01.2013
Nach dem ruhigen Tag gestern, werden heute wieder die Wanderschuhe geschnürt. Ziel der 18 km langen Tour ist der Aussichtspunkt „Base de las Torres“. Ähnlich der 3 Zinnen erheben sich hier die Granittürme der Torres auf dramatische Weise aus einem Gletschersee. @Erich: das sieht genauso herrlich aus, wie in Südtirol. Die Wanderung führt an Wasserfällen und einem Gletscher vorbei und macht uns großen Spass. Der Knüller ist aber dann der spektakuläre Anblick am Ziel. Auf dem Rückweg freuen wir uns über ein Wiedersehen mit Karin und Robert. Mit den beiden sind wir vor zwei Tagen bereits am Grey-Gletscher gewandert. Sie haben das „W“ (ca. 78 km) tatsächlich in drei Tagen bewältigt. Respekt! Wir nehmen die beiden am Abend mit zu unserem Camp und besuchen dort das Restaurant. Bisher haben wir uns komplett selbst versorgt. Aber die klasse Wanderung und das Treffen mit den Beiden muss entsprechend gefeiert werden. Nach einem tollen Tag fallen wir schließlich todmüde in unser Bett.

26.01.2013
Heute geht es zur Südspitze Patagoniens. Wir verlassen den Park am frühen Morgen und erreichen am Mittag wieder Puerto Natales. Hier sind wir ja vor knapp einer Woche mit der Fähre angekommen. Im Supermarkt füllen wir unsere Vorräte auf und sind froh, endlich eine Tankstelle zu finden. Ohne unseren Reservekanister wäre es knapp geworden. Durch die patagonische Pampa fahren wir weiter bis Punta Arenas. Am Wegesrand stehen immer wieder Nandus und gelegentlich sogar Guanacos. In Punta Arenas finden wir leider keinen Stellplatz für die Nacht, so dass wir noch 40 Kilometer weiter Richtung Süden müssen. Bei Fuerte Bulnes werden wir dann fündig. Zu unserer Überraschung stammt die Hausherrin aus Deutschland und ist der Liebe wegen hier ans Ende der Welt gezogen. Kein Strom, Wasser nur begrenzt aus dem Brunnen: klingt ja irgendwie romantisch. Die Fahrt entlang der Magellanstraße war sehr abwechslungsreich. Bunte Blumenwiesen, einsame Strände und Schiffsfriedhöfe wechseln sich ab. Morgen werden wir uns hier mal ein wenig genauer umsehen. @Udo: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

27.01.2013
Weiter südlich werden wir in diesem Jahr sicher nicht mehr kommen, und somit geht es ab heute Richtung Norden. Wir lassen uns auf der Strecke nach Punta Arenas entlang der Magellanstraße viel Zeit und schauen uns die Schiffsfriedhöfe an. Eine tolle Wildblumenwiese voller Lupinen veranlasst uns zu einem weiteren Fotostopp. Wir können nur jedem empfehlen, wenn man schon den weiten Weg nach Punta Arenas fährt, dann auch unbedingt die Küste weiter südlich anzuschauen. Die 100 km hin und zurück machen den Kohl auch nicht mehr fett, sind für uns aber der interessantere Landstrich hier unten. In Punta Arenas selbst lohnt der Besuch des städtischen Friedhofs. Dieser wurde unlängst zum Nationaldenkmal erklärt und beeindruckt durch seine Familiengruften. Danach begeben wir uns auf die Suche nach Spanngurten. Wir haben einen zweiten 20 Liter Bezinkanister von einem anderen Touristen geschenkt bekommen und wollen ihn auf unserem (schon reparierten) Dachgepäckträger festzurren. Obwohl Sonntag ist, haben die Baumärkte geöffnet und wir werden sogar bald fündig. Damit sollte der Treibstoffengpass, der uns in Argentinien erwarten soll, kein Problem mehr sein. Ziel des Tages ist die Pinguinkolonie am Seno Otway. Die Kolonie beherbergt ca. 11.000 Magellanpinguine, die hier auch ihre Jungen groß ziehen. Man kommt den Tieren wirklich nahe. Wir bekommen den Tip, bei einer nahegelegenen Farm nach einem Stellplatz für die Nacht zu fragen. Ansonsten müssten wir wieder nach Punta Arenas zurück, was für uns dann ein großer Umweg wäre. Die Verständigung funktioniert hervorragend. Der Farmer unterhält sich mit uns, wir mit dem Farmer, und keiner hat vom anderen was verstanden. Aber stehenbleiben dürfen wir, soviel ist klar. Außerdem ist hier ein kleines Museum mit alten Autos untergebracht. Da wir hier umsonst übernachten dürfen, besichtigen wir dann natürlich die sehr liebevoll eingerichtete Fahrzeughalle. @Peter: das könnte man sicher auch mit alten Radios machen.  Am Abend werden wir in unserem Camper ordentlich durchgerüttelt, da der Wind wieder heftig ist. Da sind wir froh, nicht in einem Zelt schlafen zu müssen.

21.01.2013 Seelöwen

unsere Fähre "Evangelistas"

22.01.2013 Cueva del Milodon - Riesenfaultier (im Hintergrund)

im Torres del Paine NP

Karakara

23.01.2013 Grey-Glacier

24.01.2013 Guanaco


Berühmte Ansicht der Torres...und das von unserem Stellplatz aus!


25.01.2013 Geschafft...



26.01.2013 alte Mole in Puerto Natales

27.01.2013 Pinguine am Seno Otway

...bin ich müde!!!

Kommentare:

  1. Katrin & Jogi

    Hallo Ihr Zwei,
    schön das es Euch soooo gut geht! Bei den tollen Foto's von Euch, frag ich mich (Katrin) ob Ihr überhaupt wieder zurück wollt?
    Weiter so.....
    glgr Katrin & Jogi

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  2. Hallo Kirsten und Andi,

    wenn man so eure Berichte liest und die Bilder sieht könnte ich mir direkt Urlaub nehmen und in die Ferne schweifen. Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und eine Menge positive Abenteuer bei der Reise.

    Bis später mal und vielen Dank für die Geburtstagswünsche Udo

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  3. Und wieder einmal kann ich nur von einer Niederlage beim Tischtennis berichten: 2:9 im Heimspiele gegen den Tabellenführer Vernich III. Allerdings hat Udo an seinem Geburtstag ein tolles Spiel abliefern können und sein Einzel gewonnen!

    Kommenden Samstag kommt es dann zu dem wichtigen Spiel gegen Lommersum II, hier werde ich natürlich darüber berichten.

    Schönen Gruß
    Thomas

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  4. Hallo Andi und Kirsten,
    euren herrlichen Bericht haben Angelika und ich mit Tränen in den Augen und vielen schönen Erinnerungen gelesen. Wir erinnern uns an das Melodon und die Höhle, die herrliche Landschaft im Park, den Benzinmangel (wir mussten ane einer Tankstelle im Park aus großen Wasserflaschen tanken) den Reifenwechsel in Puerto Natales, den kleinen Eisbergen auf den Seen und auch an die Pinguin-Kolonie.

    Wir beneiden euch wirklich, gönnen euch aber auch die schöne Zeit in dieser herrlichen Gegend.

    Nun wünschen wir Euch viel Freude in Argentinien. Calafate mit dem Lago Argentino und den riesigen Gletschern wird euch (wie uns damals) auch begeistern.

    Wir sind nun sehr gespannt auf die weiteren Reiseberichte. Wäre schön von der Punta del Inka, von Bariloche oder Medoza zu hören.

    Wir freuen uns mit Euch, beneiden Euch aber auch sehr.

    Viele Grüße
    Rudi und Angelika,

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  5. Lieber Andy, Liebe Kirsten das war ja mal anders abgesprochen! Jetzt hatte ich die ganze Zeit Skype an, und keine "Sau" ruft mich an. Zitat P. Bl. " Laufende Kosten des schönen Abend werden Euch in Rechnung gestellt." Es war ein schöner Abend jedoch Ihr habt gefehlt.
    So, jetzt Wünschen wir Euch noch einen Schönen Jaheresurlaub!

    Es grüßt Euch: Gerda; Peter; Ina;Wilfried; Renate und Fred!

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  6. Hallo ihr beiden Weltreisenden,
    die Fotos sind echt beeindruckend!!! Sie sehen aus, wie aus einem Profi-Bildband. Na gut, vielleicht nicht die mit dem "Faultier" Andi. ;-)
    Ich wünsche euch noch weiterhin solch tolle Eindrücke und auch enorm viel Spaß!!!
    Viele Grüße aus der kalten Voreifel... Birgit Jaster

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  7. Hallo Andi und Kirsten,

    5 Wochen habe ich jetzt nicht meldet und doch mit grosser Aufmerksamkeit eure Blogs verfolgt. Es ist wahnsinnig spannend zu lesen, was ihr alles so sieht, an Eindrücke mitnehmen werdet und euch Stück für Stück in "unbekanntes Land" vortastet. So muss es sich glaub ich anfühlen als Kolumbus mit seinen Schiffen zurückkam und den Landratten alles berichtete. Toll. Ich wünsche euch für die anstehenden Karnevalstage alles Gute und freue mich, dich Andi, als Kollegen irgendwann wieder zu sehen. Bis dahin machts gut und Kölle Alaaf Kirchheim Alaaf Südamerika Alaaf.

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  8. Hallo Ihr zwei Globetrotter,
    jetzt habt Ihr schon den ersten Monat in herrlichen Gefilden verbracht. Es macht super viel Spaß Eure Berichte zu verfolgen. Wenn ich hier aus dem Fenster schaue (Regen, Regen, Regen) beneide ich Euch doch ein wenig. So wie es aussieht fällt Karneval auch ins "Wasser". Ich wünsche Euch noch ganz viele tolle Eindrücke und nette Reisebekanntschaften.
    Machts gut
    Viele Grüße von Angelika K.

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  9. Hallo Ihr zwei!

    Nachdem wir wieder aus dem Skiurlaub zurück sind, habe ich mich jetzt erst einmal wieder auf den neuesten Stand gebracht in eurem Blog. Langweilig scheint Euch tatsächlich nicht zu werden, wie schön :-). Nachdem Ihr in eurem Campinggefährt jetzt schon mit 4 Personen gesessen habt, bin ich gespannt, auf welche Anzahl sich das noch erhöht im Laufe der Monate :-), es wird sicherlich noch viele weitere neue Bekanntschaften geben. Bzgl. unseres Skiurlaubs werdet Ihr bald über das Cliquengeflüster mehr erfahren :-). Als Kurzszusammenfassung: Sascha hat eine spezielle Beziehung zur Sasslong aufgebaut, Andre wird bei der nächsten Abreise früher als 9:30 Uhr losfahren um nicht 12,5 h für 850 km zu benötigen, härrrlisches Wetter war mal wieder angesagt und Benedikt vermisst jetzt zu Hause in EU die lustigen Frühstückszeiten in großer Gesellschaft. Weiterhin viel Spaß auf Eurer Reise, mein Neid lässt nicht nach aber Eure Tour hier mitzuverfolgen macht großen Spass!! lg Alex

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