Sonntag, 20. Januar 2013

16.01.- 20.01.2013 Sonne + Meer

16.01.2013

Heute ist das Wetter am frühen Morgen tatsächlich mal nicht so gut. Wir fahren daher nochmals nach Puerto Varas und verbringen dort den Vormittag. In einem Internetcafe bekommen wir dann auch die Bestätigung  für unsere Fährbuchung. Yippieh… Das wird bestimmt toll. Der Nachmittag wird dann auch vom Wetter wieder besser und wir können schöne Fotos vom Vulkan Osorno machen. Den Abend verbringen wir wieder auf unserem Campground in Ensenada, wo wir von einem norddeutschen Ehepaar, das tatsächlich mit dem eigenen Wohnmobil hier ist, zum Eis eingeladen werden. Da haben wir dann natürlich viel über die weitere Reiseplanung gefachsimpelt.
17.01.2013

War mir ja ein wenig peinlich…deshalb habe ich es bisher auch verwiegen. ;-) Unser Fahrzeug ist halt ein wenig höher wie gewohnt, genau sind es 2,85m. Da bin ich mir jetztauch ganz sicher!!! Aber vor ein paar Tagen habe ich auf einem Campingplatz einen tiefhängenden Ast abrasiert. Leider ist dabei unser Dachgepäckträger demoliert worden. Der Schaden war nicht besonders groß. Aber es drohte eine Schweißnaht zu reißen, was zur Folge gehabt hätte, dass der Reservekanister fliegen gegangen wäre. Auf der Autobahn wäre das bestimmt kein Spaß gewesen. Die Reparatur ging schnell und war auch nicht zu teuer. Ein besonderer Dank geht an Ruth (von der Autovermietung) für die schnelle und unkomplizierte Kontaktvermittlung an die Werkstatt. Danach sind wir noch nach Puerto Montt weitergefahren, von wo morgen unsere Fähre startet. Dort haben wir uns auf einem süßen kleinen Campingplatz niedergelassen und sind dann zu Fuß in die Stadt losgezogen. War mal wieder interessant, was da so alles im Hafen vor sich hingammelt. Ansonsten hat uns die Stadt ganz gut gefallen. Vor allem die Kunsthandwerker (@Udo: hier könntest du auch Ideen für neue Ketten und Ringe finden) boten einige sehr schöne Souvenirs an…aber dafür fehlt ja der Platz im Gepäck. Am Abend haben wir noch schnell einen Rucksack für die Fähre gepackt, da wir an Bord nicht mehr zu unserem Auto dürfen. Wir sind schon sehr gespannt auf die nächsten Tage auf See. Hoffentlich spielt das Wetter mit.
 

18.01.2013
Pünktlich um 09:00 Uhr stehen wir schon im Hafen von Puerto Montt und geben unser Auto zur Verladung auf die Fähre ab. Zwischenzeitlich gab es dann kurze Irritationen, wie die Prozedur denn nun wirklich von statten gehen soll. Die Mitarbeiter waren sich da selbst uneinig. Nachdem wir die halbe Navimag-Crew einigermaßen genervt haben, konnten wir dann doch sicher sein, nicht ohne Auto im Süden Patagoniens anzukommen. Das Boarding für die Passagiere fand dann um 14:00 Uhr statt und abgelegt wurde um 16:00 Uhr. Der erste Nachmittag an Deck war schon sehr interessant…kaum zu glauben, wie klein die Kabinen sind. Aber eine Kabine ist hier ja schon Luxus, etliche Gäste schlafen in Nischen auf dem Flur. Beim Abendessen haben wir sehr nette Hamburger kennengelernt. Auch sie sind Langzeitreisende, wie scheinbar die meisten hier. Es ist immer wieder erstaunlich, mit wie vielen Leuten man die gleiche Leidenschaft teilt. Das Schiff selbst ist für eine Fähre überraschend schön und gut ausgestattet. Die „Evangelistas“ ist 115 m lang und wurde im Juni 1978 gebaut. Den negativen Eindruck, den viele Reiseberichte im Internet vermitteln, können wir nicht bestätigen. Hoffentlich bleibt das Wetter auch in den nächsten Tagen weiterhin so toll.
19.01.2013
Ein fantastischer Tag auf See!!! Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen bis zu 30 Grad sind wir heute den ganzen Tag durch die chilenischen Fjorde gekreuzt. Die Stimmung an Bord ist super, man steht nirgendwo alleine und findet immer schnell Kontakt zu den anderen Reisenden. Da hier alle das gleiche Hobby haben, werden Tipps und Erfahrungen aus der ganzen Welt ausgetauscht. Das gute Wetter überträgt sich offensichtlich auf die Laune der Reisenden. In einem Kanal war die See fast spiegelglatt und man konnte den Pinguinen beim Tauchen zuschauen. Ab und an ließ sich ein Seelöwe blicken und sogar ein paar Delphine (oder Minkwale?) schauten für eine flüchtige Begegnung vorbei. Wir haben fast den ganzen Tag am Bug gestanden und konnten sogar auf die Brücke. Am Abend verlassen wir das weitläufige Kanalsystem und werden in der Nacht über den offenen Pazifik kreuzen. Hoffentlich werden wir nicht seekrank.
20.01.2013
Besser wie gestern geht nicht…denkste!!! Nach einer ruhigen Nacht (ohne Seekrankheit) erwartet uns ein unglaublicher Tag auf See. Nachdem wir in der Nacht über den Pazifik gekreuzt sind, geht es bei strahlendem Sonnenschein wieder in die Kanäle und Fjorde Patagoniens. Spektakuläres Ziel ist der Bernhard O´Higgins NP und dort die Gletscherwand des Tempanos. Auf dem Weg zum Gletscher spürt man förmlich wie die Spannung steigt und der Platz im Bug des Schiffes ist bis zum letzten Flecken gefüllt. Nach einer letzten Biegung taucht dann in der Ferne der Gletscher auf. Da die See spiegelglatt ist, können wir sehr nahe an die Gletscherfront ranfahren und verweilen dort eine ganze Zeit. Auch für die Crewmitglieder ist dieses Wetter außergewöhnlich und sie gesellen sich zu den Passagieren. Mit Hilfe eines kleinen Schlauchbootes wird ein Brocken Gletschereis an Bord geholt, so dass in der Bar „Whiskey on the Rocks“ serviert wird. Haben wir natürlich auch probiert. J Wenig später passieren wir das Wrack der „Capitan Leonidas“. Der ehemalige Zuckerfrachter war auf dem Weg von Brasilien nach Santiago. Da die Crew die Ladung bereits schwarz verkauft hatte, wollte der Kapitän das Schiff hier versenken und noch die Versicherungsprämie kassieren. Unglücklicherweise lief das Schiff auf Grund und der Versicherungsbetrug flog auf. Heute dient das Wrack als Leuchtturm und Brutkolonie vieler Seevögel. Immer wieder ließen sich Seehunde blicken und sorgten für „Oohhs“ und „Aahhs“. Die Stimmung an Bord war super. Bei Sonnenuntergang durchquerten wir einen engen Fjord, der uns sehr an Norwegen erinnerte. Überall verursachte das Schmelzwasser kleine Wasserfälle. Die Wein- und Whiskeyflaschen machten die Runde. Schließlich beendeten wir den wirklich tollen Tag in der vollbesetzen Bar.




 16.01.2013 Osorno und Lago Llanquihue
 
 
17.01.2013 Autoreparatur bei Puerto Varas

kleiner Hafen bei Puerto Montt

 
18.01.2013 im Hafen von Puerto Montt




19.01.2013 Patagonien wir kommen...spiegelglatte See




20.01.2013 Bernard O´Higgins NP...

Tempanos - Gletscher...hier wird gerade das Eis für den "Whiskey on the Rocks" geholt


Capitan Leonidas
 

Kommentare:

  1. Hallo Ihr Zwei, ich verfolge immer ganz aufmerksam Eure Berichte und bin total begeistert. Euch weiterhin alles Gute und sichere Fahrt. LG Andrea B.

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  2. Hurra,Hurraaa!!!!
    Die 5000ender Marke ist geknackt, die Fangemeinde wächst in einem nicht für möglich gehaltenem Tempo. Das Ganze wird wohl ein Bestseller werden.Eure Berichte sind spannend und die Bilder umwerfend schön.Was Ihr in ein paar Wochen erlebt und zu sehen bekommt, ist mehr als manch Einer in 50 Jahren erleben konnte. Es ist bei uns und wahrscheinlich auch bei vielen Freunden von Euch morgens Pflicht,Kaffee
    trinken,Zeitung lesen ,Computer an und in Euren Blog schauen.
    Wir wünschen Euch weiterhin nur das Beste und vergesst nicht bei Euren vielen Bekanntschaften auch etwas von dem schönen Kirchheim und Palmersheim zu erzählen.
    Liebe Grüße von Gerda und Peter.

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  3. Hallo ihr Lieben! Mann, sind das schöne Fotos... Ich glaube, ich geh einfach nicht mehr arbeiten und reise auch durch die Welt. Das ist alles EINDEUTIG VIEEEL schöner als in meinem Büro... Muss gleich mal mit Sascha quatschen:). Nun denn, macht uns ruhig weiter eine lange Nase und stellt weiter so schöne Fotos ein! Aber nächste Woche kommt die lange Nase von uns, ein legendäres Obstlerfoto, das überschwappt vor getränkten köstlichen Beeren und Birnen!!! ;) Härrrrlisch! Lg Alex

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  4. Hallo Ihr 2, habe gerade mal wieder geguckt wo ihr seid und eure Berichte gelesen. Die Reise ist ja irgendwie aufregend, jeden Tag irgendwo anders und etwas neues erleben, ist schon toll.
    Wir waren gestern Abend zum Bunten Abend in der Burg (Eiskeller).Es war so kalt dort und man musste auch noch nach draußen zum Klowagen, es hat keinen Spass gemacht.
    Es ist schon schön wenn man 30 Grad hat.
    Wünsche euch 2 noch weiterhin eine gute Reise!

    LG
    Magda & Reinhold

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  5. Hallo ihr Zwei,
    nach unserem Gespräch von eben muß ich Euch noch etwas schreiben. Ich habe die Tage in einem Bericht über Chile etwas interessantes gelesen. Der Reporter schrieb: Als Gott nach 7 Tagen seine Welt betrachtete entdeckte er noch überall Restmüll: Urwaldflecken, Flussschlingen, Kupferberge u. Vulkane. Und Gott befahl seinen Engeln: All das schüttet Ihr jetzt hinter dem langen Wall (Anden)aus. Heute liegt hinter dem Wall Chile. Am Ende eines sehr interessanten Artikels, der vieles Euerer Berichte beinhaltet steht dann: Gut daß der Allmächtige genau hier seinen Restmüll ageladen hat.
    LG
    Erich u. Mechtilde

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  6. Hallo Ihr Zwei, wir haben gerade etwas Zeit und wlan läuft einigermassen.Wir sind z.Z. im heiligen Tal der Inkas, waren heute in Pumacarma.Waren die einzigsten Menschen in der Ruinenanlage. Wahrscheinlich für viele zu anstrengend. Das gesamte Urubamba Tal ist traumhaft schön. Aber auch Bolivien war landschaftlich ein Traum.Vor allem die Strecke von Villazon nach Uyuni.Die Salzwüste war für uns ein mystisches Erlebniss. Da Regenzeit ist, stand die Wüste unter Wasser und so spiegelten sich die Wolken. Man muss es erlebt haben.Morgen ruhen wir uns aus, wir besuchen heisse Quellen. Übermorgen geht es dann nach Moray und Maras.So, Leute das war ein kurzer Bericht von uns, am 18.2. gehts dann nach Quito.Lasst es Euch weiterhin gut gehen und lernt weiter so"" phantastische Leute" wie uns kennen.LG Detlef und Karin

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  7. Hallo zusammen,
    mit großem Interesse habe ich bislang eure Reiseberichte von anderen Ende der Welt verfolgt. Die Bilder aus Patagonien (chilenischer Teil) haben natürlich wieder Erinnerungen geweckt an meine Reise im Jahre 2006. Leider konnte ich ein so schönes Wetter bei der W-Wanderung im Torres NP nicht geniessen. Der uneingeschränkte Blick auf die 3 Türme wurde immer durch ein paar Wolkenschwaden getrübt. Aber die Eindrücke bleiben. Ich war von der Landschaft jedenfalls fasziniert. Wenn ich aber eure Berichte lese und mir die Bilder ansehe ist wohl alles etwas abenteuerlich. Aber das gehört dazu. Wünsche euch weiterhin einen guten Verlauf der Reise ohne Pleiten, Pech und Pannen und das der Rücken hält. Bis zu meiner Preise nach Peru, Bolivien und Nordchile ist es ja auch nicht mehr lange hin. Gruß Franz Jasper

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